TONA for artbase-festival 2019, Neustrelitz

TONA
Hamburg

Malen auf der Straße, malen für die Straße. Ein verinnerlichtes Prinzip von Tona. Beim Malen braucht es keine Sprache um in Kontakt zu kommen. Einige von den Kids, die ihre Neugier leben, werden von ihm fotografiert.

Und ihre persönliche Reise über bröckelnde Fassaden dieser Welt beginnt. Das Foto wird zur detailliert ausgearbeiteten Schablone und somit in einer anderen Stadt an eine andere Wand gemalt. Wie wird es mit den Passanten kommunizieren? Es bleibt die ewige Frage nach Resonanz und Interaktion.

Es ist ein Spiel. Ein Sichtbarmachen. Eine vermeintlich kommentarlose Beobachtung. 
Die Bilder folgen nicht dem Anspruch, die Gesellschaft verändern zu wollen. Sie suchen eher nach einem achtsamen und langsamen Kontakt zu den Betrachter*innen – auf der Frequenz des Visuellen. Des Emotionalen.

Die endlose Suche nach Emotionen resultiert für Tona in einer stetigen Umtriebigkeit. Dabei fallen seine Augen am liebsten dorthin, wo es dreckig ist. Interesse am Verfall –  eine der vielen Paradoxien des Lebens. Ist Verfall doch an Zeit gekoppelt – ein gesellschaftlich konstruiertes Konzept.

Tonas Motive reisen mit ihm und verbreiten sich selbständig über digitale Netzwerke. Vom Foto zur Schablone an die Wand – in die Erinnerung, in die Kameralinse, in die Welt, ins Universum. Alles ist in Bewegung, obwohl das Motiv fest an der Wand bleibt, um mit ihr zu verfallen oder unter einer neuen Schicht Farbe verschwindet. So ist alles miteinander verbunden und Zeit bleibt ein Empfinden.

Text © 2018 by Anna Lafrentz